16. Februar 2010
Am Samstag verlor Hannover 96 das kleine Nordderby gegen Bremen – eigentlich keine große Sache, gegen Bremen kann man verlieren. Doch die Rahmenbedingungen und die Folgen sind katastrophal.
Mit 1:5 ist die Mannschaft förmlich untergegangen, hat phasenweise apathisch keine Gegenwehr gezeigt. Es war die höchste Saisonniederlage, man hat nur noch fünf Punkte Vorsprung auf Schlusslicht Hertha BSC Berlin, ist auf den 16. Tabellenplatz abgerutscht und hat – auch das muss man leider wieder in den Zusammenhang erwähnen – seit dem Selbstmord von Robert Enke im November kein Spiel mehr gewonnen, die letzten sieben Partien sogar allesamt verloren. (weiterlesen…)
29. Dezember 2009
… für Bayer 04 Leverkusen, nicht wie traditionell in der Rückrunde einzubrechen.
… für Schalke 04, jetzt schon einmal anfangen, den Meisterhügel zu bauen.
… für Bayern München, nicht erst dann gut zu spielen, wenn man schon mit neun Zehen über dem Abgrund steht.
… für den Hamburger SV, mit den Verletzten im Sturm besser Haus zu halten.
… für die Borussia aus Dortmund, einfach so weiter zu machen wie in den letzten neun Spielen.
… für Werder Bremen, nicht so oft Unentschieden zu spielen und den Ball immer ganz schnell nach vorne zu passen.
… für die TSG 1899 Hoffenheim, sich auch impfen zu lassen, wenn man Werbung für die Schweinegrippe-Impfung macht.
… für den VfL Wolfsburg, zwischen Armin Veh und Dieter Hoeneß die
Supernanny zu setzen.
… für den FSV Mainz 05, einfach so zu bleiben wie man ist.
… für Eintracht Frankfurt, den Trainer weiter meckern zu lassen, solange man so erfolgreich
spielt.
… für Borussia Mönchengladbach, ein wenig Konstanz in die Leistung zu bringen.
… für den 1. FC Köln, Kunstschneeanlagen zu installieren, wenn man dann immer drei Tore schießt.
… für den SC Freiburg, immer nur so viele Tore zu kassieren wie Köln schießt.
… für Hannover 96, weniger Eigentore zu erzielen.
… für den VfB Stuttgart, so eine Rückrunde zu spielen wie letzte Saison.
… für den VfL Bochum, mehr Freistöße provozieren und immer den Fuchs schießen zu lassen.
… für den 1. FC Nürnberg, mal wieder abzusteigen, um wieder aufsteigen zu können.
… für Hertha BSC, Pause zu machen, nicht mehr anzutreten und sich jetzt schon für den direkten Wiederaufstieg vorzubereiten.
Als unparteiischer Fußballfan wünsche ich allen Vereinen viel Erfolg, denn vieles da oben in der Liste ist natürlich mit einem kleinen Weihnachtsschmunzeln zu sehn
Ich freu’ mich auf die Rückrunde …
23. Dezember 2009
Was die Vereine sich teilweise selbst zu Weihnachten unter den Christbaum legen, zeugt häufig von Verzweiflung und Angst. Manchmal gelingt deshalb aber auch der Neustart und eine bessere Rückrunde – wie viel Segen und wie wenig Fluch sind also die selbst gemachten Weihnachtsgeschenke der Bundesliga? (weiterlesen…)
6. Dezember 2009
Seit heute ist es offiziell, der Bundesligist VfB Stuttgart trennt sich von seinem Trainer Markus Babbel. Der Vorstand des Vereins hat am heutigen Sonntag Cheftrainer Markus Babbel und die beiden Co-Trainer Rainer Widmayer und Alexander Zorniger von ihren Aufgaben entbunden. Zwar sollte Markus Babbel mindestens bis zur Winterpause der Trainer vom VfB Stuttgart sein, nach dem Unentschieden gegen den VfL Bochum blieb dem Vorstand aber kaum noch eine andere Möglichkeit. (weiterlesen…)
29. November 2009
Freitag Abend war es endlich soweit, die lang erwartetet Jahreshauptversammlung des FC Bayern München fand auf der Münchner Messe statt.
Besonders war der Parteitag der Bayern, weil Uli Hoeneß nach knapp 30 Jahren vom Manager zum Präsidenten wurde und Franz Beckenbauer nach 15 Jahren als Präsident zum Ehrenpräsident. So mehr oder weniger als Randnotiz fügte man dann noch bei, dass im kommenden August das Starensemble von Real Madrid, der Bayern liebster Feind, für ein offizielles Abschiedsspiel von Franz Beckenbauer in die Arena kommen wird. Da der Verein es damals nach des Kaisers Karriereende verpasste, ein Abschiedsspiel zu organisieren, bekommt die „größte Persönlichkeit, die der FC Bayern jemals hervorgebracht hat“ (Rummenigge zu Beckenbauer) also ein Abschiedsspiel nach dem Ausscheiden als Präsident. (weiterlesen…)
30. Oktober 2009
Heiko Herrlich ist neuer Cheftrainer des VfL Bochum 1848. Es klingt erstmal wie eine recht unspektakuläre Nachricht, doch die Verpflichtung des Bundesliga-Torschützenkönigs von 1995 ist durchaus eine interessante Geschichte. Denn der bisherige Trainer der deutschen U19-Nationalmannschaft hatte die größten Erfolge beim schwarz-gelb gestreiften Ruhr-Rivalen… (weiterlesen…)
18. Oktober 2009
Felix Magath, der neue „Big Boss“ beim FC Schalke 04, sieht sich eventuell dem nächsten nicht-sportlichen Problem gegenüber. Denn der finanziell angeschlagene Fußball-Bundesligist muss sich laut einem Bericht der Süddeutschen Zeitung neben rund 20 weiteren Vereinen aus der 1. und 2. Bundesliga einem Nachlizenzierungsverfahren unterziehen. (weiterlesen…)
6. August 2009
Der HSV ist in der Europa League eine Runde weiter. Zwar verlor das Team von Bruno Labbadia mit 0:1 gegen den Randers FC aus Dänemark, dank des 4:0 Siegs im Hinspiel zieht man aber doch in die Playoffs ein.
Auch wenn die Hamburger zum größten Teil mit der zweiten Garde antraten, ist diese Niederlage eine Blamage und ein deutlicher Rückschritt im Vergleich mit den vorangegangenen Spielen.
Nun müssen die HSV Fans hoffen, das nicht auf der Bundesligastart so in die Hose geht.
19. Juli 2009
Es ist doch jedes Mal das gleiche. In der Sommerpause hat es der Fußball-Fan schwer, zumindest in einem ungeraden Jahr ohne WM oder EM, so wie 2009. Die U-21 Europameisterschaft war natürlich eine willkommene Abwechslung aber nicht annähernd sättigend. Nun fängt die Test-Spiel-Phase an, mit namenhaften Gegnern aus der Kreisliga oder Spieler-Auswahlen. Jedoch gibt es jeden Sommer ein Thema, dass die Fußballerherzen höher schlagen lässt: Spielertransfers! (weiterlesen…)
2. Juni 2009
Ja, das Trainerkarussell in der Bundesliga dreht sich immer schneller: Magath, Veh, Van Gaal, Jol, nochmal Magath, Funkel, Prasnikar, Frontzeck/Berger und jetzt Daum – vielleicht folgen auch noch Labbadia und Koller! Da kann einem schon mal schwindlig werden. Die Liste der Coaches, die den Verein verlassen oder neu kommen, ist lang, wirklich lang. Doch wer hat die Schuld daran? Die Fans schimpfen über Moralverlust auf der Trainerbank, in Köln ist Ex-Messias Daum innerhalb von Sekunden zur Persona non grata geworden. Doch hat er wirklich so unmoralisch gehandelt? Er hatte die Option, seinen Vertrag zum 31. Mai zu kündigen, wieso also sollte er diese nicht auch ziehen? Ein Verein, der eine solche Option im Kontrakt des Trainers zulässt, braucht sich mit Sicherheit nicht wundern, wenn der Coach davon dann auch Gebrauch macht. Nachdem Theater der vergangenen Jahre, dürften auch die Fans nicht allzu überrascht sein, vor allem, da auch sie über die Ausstiegsklausel Bescheid wussten.
Gleiches gilt für den VfL Wolfsburg. Von wegen Vertrag bis 2010 bei Magath. Der Wechsel zu Schalke war möglich, auch wenn sich darüber im Nachhinein vielleicht eher Kollege Veh freuen wird, als der Meistermacher, der jetzt zunächst mal einen Schritt zurück machen muss.
Was dann doch an der Sache immer mal wieder auffällt ist, wie wenig Trainer im Fußball wert sind. Ein Van Gaal kommt angeblich für ein einziges Freundschaftsspiel vom FC Bayern aus dem Vertrag bei AZ Alkmaar und wechselt an die Isar, während der Rekordmeister für Mario Gomez – Thema Ausstiegsklausel – 30 (!) Millionen Euro hinblättert. Dabei sagte Phillip Lahm, “der wichtigste Transfer ist der Trainer” und hat damit wohl nicht Unrecht. Aber Ablösesumme dafür zu zahlen, zumindest mehr als ein mickriger Betrag, kommt wohl nicht in Frage. Genauso wenig, wie den eigenen Trainern, den Ausstieg zu erschweren oder, wenn schon eine Klausel bestehen soll, dafür auch angemessen Moneten zu verlangen.
Vielleicht sollten die Vereine einfach mal darüber nachdenken, denn dass die Trainer nicht auf ewig die Deppen sein wollen, zeigen sie derzeit ziemlich deutlich.
Felix Wagner kommentiert für Bundesliga.de und schreibt für Betfair.